
CD "Flow My Tears - Panflöte und Harfe "
mit Matthias Schlubeck, Sabrina Kunze und Johanna Seitz
Best.-Nr.: MS0408CD
(ersch. 04/2004)
Aufgenommen im Studio panOfon.
Titelliste
| ID | Komponist | Werk | Länge | Bes. | |
| 1 | John Dowland (1563-1626) | Fow My Tears I | 3:45 | (1) | |
| 2 | Englische Maskentänze (16. Jhdt.) | Cuararee | 1:41 | (1) | |
| 3 | The Goats´ Masque | 1:38 | (1) | ||
| 4 | The Seconds Witches Dance | 1:41 | (1) | ||
| 5 | Andrea Falconiero (1586-1656) | Soave Melodia y su Corente/Il Spiritillo | 6:55 | (1) | |
| 6 | Johann Baptist Krumpholtz (1742-1790) | Sonate F-Dur für Flöte und Harfe | Allegro moderato | 5:59 | (3) |
| 7 | Romance | 3:16 | (3) | ||
| 8 | Tempo di minuetto en Rondo | 3:43 | (3) | ||
| 9 | John Thomas (1826-1913) | Watching the Wheat (Harfe solo) | 4:01 | (3) | |
| 10 | Gaetano Donizetti (1797-1848) | Sonate für Flöte und Harfe | Larghetto | 3:38 | (3) |
| 11 | Allegro Gallemberg | 1:31 | (3) | ||
| 12 |
Bernard Andres (*1941) |
aus: "Epices pour harpe" | Pistache | 5:32 | (4) |
| 13 | Jaques Ibert (1890-1962) | Entr´Acte | 3:50 | (3) | |
| 14 | Bernard Andres (*1941) | aus: "Algues" | Algues No. 1 | 1:57 | (2) |
| 15 | Algues No. 2 | 1:20 | (2) | ||
| 16 | Algues No. 3 | 1:30 | (2) | ||
| 17 | Algues No. 4 | 1:56 | (2) | ||
| 18 | Luigi Mauricio Tedeschi (1867-1944) | Serenade op. 28 | 3:39 | (3) | |
| 19 | John Dowland (1563-1626) | Fow My Tears II | 3:43 | (3) |
(1) Johanna Seitz, spanische Barockharfe; (2) Johanna Seitz, Einfachpedalharfe; (3) Sabrina Kunze, Konzertharfe; (4) duo musaik: Johanna Seitz, Harfe und Elisabeth Seitz, Hackbrett
Die Panflöte ist eines der ältesten Instrumente überhaupt. Auf der ganzen Welt ist dieses Instrument in den verschiedensten Formen und Materialien anzutreffen. So gibt es Panflöten in Bündelform, in Flossform und im Bogen gebaute Instrumente; Panflöten aus Stein, Knochen, Holz, Bambus usw. . Die lateinamerikanischen Panflöten werden sogar teilweise zwei- und dreireihig gebaut. Außerdem existieren auch Panflöten, die nur jeden zweiten Ton einer Tonleiter enthalten, von denen man also zwei Instrumente benötigt, die von zwei Spielern im Wechsel geblasen werden. Von den vielen verschiedenen Panflötenarten ist die rumänische Form der Panflöte die am weitesten entwickelte. Die Bauart und eine ausgereifte Spieltechnik ermöglichen es, die Panflöte auch im Bereich der Klassik einzusetzen. Eine besondere Stärke dieses Instrumentes liegt dabei in den enormen dynamischen und klangfarblichen Möglichkeiten.
Die rumänische Panflöte wird meistens aus Bambus gebaut und traditionell diatonisch in G-Dur gestimmt. Mit Hilfe einer speziellen Anblastechnik lassen sich auch die Töne erzeugen, die nicht in der G-Dur Tonleiter enthalten sind. Hierzu deckt der Spieler einen Teil der Röhrenöffnung ab, indem er entweder die Unterlippe benutzt oder den Winkel der Flöte zu den Lippen verändert. Mit Hilfe dieser Technik ist es möglich, nicht nur alle Halbtöne, sondern auch alle Zwischentöne und Töne unterhalb des Halbtones zu spielen.
Trotz der Weiterentwicklung der Instrumente hat sich an der Einfachheit der Panflöte nichts verändert. Die Panflöte wird ohne mechanische Hilfsmittel wie Klappen oder ähnlichem gespielt. Durch die Direktheit der Tonerzeugung kommt die Panflöte der menschlichen Stimme sehr nahe.
Bei dieser CD wird die Panflöte mit verschiedenen Harfenarten kombiniert. Die frühen Werke dieser CD wurden auf einer spanischen Barockharfe, der „arpa de dos ordenes“ eingespielt, welche um 1550 in Madrid erfunden wurde. Bei dieser Harfe sind die Saiten gekreuzt gespannt, so dass sich eine Anordnung ähnlich der weissen und schwarzen Tasten beim Klavier ergibt. Durch das Hindurchgreifen zwischen den Saiten kann man die dahinterliegende „zweite“ Reihe spielen. Die Harfe war in Spanien sehr beliebt, sowohl in der Kirchenmusik zum Begleiten der Sänger als auch in der Tanzmusik. Es gibt eine eigene Harfentabulatur und mehrere Harfenschulen.
Spanische Missionare brachten das Instrument nach Südamerika, wo es heute noch in nahezu unveränderter Bauweise gespielt wird.
Bei den “Algues” von Bernard Andrès findet eine Einfachpedalharfe Verwendung. Die Idee für die technische Realisation einer Pedalharfe entstand bereits kurz vor 1700 in Süddeutschland. Meist wird 1720 als Zeitpunkt der Erfindung angegeben, wahrscheinlich durch Jacob Hochbrucker aus Donauwörth. Sein Sohn Simon stellte das Instrument an den Höfen Europas vor. Durch Betätigen eines Pedals kann jede Saite um einen Halbton erhöht werden. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Pedalharfe auch in Paris eingeführt. Vor allem durch Marie-Antoinette, selbst Harfenistin, kam das Instrument schnell in Mode.
Einer ersten Erfindung Cousineaus 1782 folgte 1810, nach weiteren zahlreichen Experimenten, die Konstruktion der bis heute üblichen Doppelpedalharfe (Konzertharfe) durch Erard. Mit dieser Mechanik ist es möglich, jede Saite zweimal je um einen Halbton zu erhöhen. Jedes Pedal kann also in drei Stellungen gebracht werden (z.B. C - Cis -D). Damit sind alle Tonarten spielbar, ebenso spezielle Effekte.
G. Lyon wähnte sich in dem Glauben einer völlig neuen Erfindung, als er 1894 eine kreuzsaitig bespannte chromatische Harfe konstruierte, nichtwissend, dass ein solches Instrument bereits 300 Jahre früher in Spanien existiert hat.
Matthias Schlubeck, 1973 in Wuppertal geboren, nahm bereits 1979 ersten Panflötenunterricht bei Erich zur Eck. Wiederholt bekam er Panflötenunterricht bei Jean-Claude Mara in Süd-Frankreich. Im Sommer 1990 belegte er einen Meisterkurs in Frankreich bei Gheorghe Zamfir. 1993 und 1994 besuchte er Kurse bei Nicolai Pîrvu und Damian Luca. Bei dem Rumänen Damian Luca erhielt er daraufhin zeitweise Unterricht in Holland. Als Jungstudent begann er 1991 bei Prof. Manfredo Zimmermann an der Musikhochschule in Wuppertal. Im Januar 1997 bestand er dort die Prüfung der "Instrumental-Pädagogik" mit sehr guten Noten und die Künstlerische Abschlußprüfung sogar mit Auszeich-nung. Darauf folgte im November 1998 sein Konzertexamen.
Damit ist er in Deutschland der erste Musiker mit einem Hochschulabschluß im Fach Panflöte. Im November 1999 erhielt Matthias Schlubeck den Förderpreis der Stadt Wuppertal. Seit 1989 gibt er regelmäßig Konzerte.
Konzertreisen führten ihn bereits in das europäische Ausland, nach Litauen und in die USA.
Sabrina Kunze, 1970 in Düsseldorf geboren, begann bereits 1987 mit einem Sonderbegabtenstudium in den Fächern Harfe und Klavier an der Musikhochule Köln, Abt. Wuppertal. Von 1991 bis 1997 studierte sie am Königlichen Konservatorium Den Haag in der Meisterklasse von Edward Witsenburg. Dort legte sie 1996 ihr Examen für irische Harfe und Barockharfe und 1997 das Examen für Konzertharfe ab.
Daraufhin folgte von 1997 bis 1999 ein Aufbaustudium an der
Musikhochschule Detmold bei Catherine Michel.
Zusätzlich nahm sie an einer Vielzahl von Meisterkursen, u.a. bei Alice Giles, Prof. Therese Reichling, Luciano Berio, Elisabeth
Fontane-Binoche, Francis Kelly und Nanja Bredijk teil.
Als Harfenistin war sie seit 1988 bei vielen Ensembles und Orchestern zu Gast. 1998 erhielt sie eine Förderung der Stiftung “Kunst und Kultur des Landes NRW” und 2002 war sie Stipendiatin des Richard-Wagner-Vereins. Mittlerweile wirkte Sabrina Kunze bei zahlreichen Rundfunk- und CD-Produktionen mit. Konzertreisen mit Solo- und Kammermusikprogrammen führten Sie bereits in das europäische Ausland und in die USA. Seit 1999 erhält sie zusätzlich eine Gesangsausbildung bei Margrit Gruner (Deutsche Oper am Rhein) und seit 2001 tritt sie auch als Altistin bei Opern- und Oratorien auf.
Johanna Seitz studierte Harfe an der Musikhochschule Wuppertal und an der Folkwang Hochschule Essen. Für ihr Diplom erhielt sie den Hochschulpreis. Am Königlichen Konservatorium in Den Haag folgte ein Aufbaustudium im Fach Barockharfe, das sie mit dem "Bachelor of Music" abschloß. Neben dem Erforschen und Spielen historischer Harfentypen spielt sie mit Vorliebe in kammermusikalischer Besetzung Alte und Neue Musik. Auf Aufnahmen und in Konzerten ist sie u.a. zu hören mit "L`Arpeggiata", "Das Kleine Konzert", der "Batzdorfer Hofkapelle", "Das Neue Orchester" sowie bei Produktionen von Barockopern an mehreren Opernhäusern. Zusammen mit Elisabeth Seitz (Hackbrett/ Salterio) wurde sie in die Förderung der Menuhin-Stiftung "live music now" und der Gedok aufgenommen.
Gemeinsam bilden die beiden Musikerinnen das “duo musaik” und waren bereits auf vielen internationalen Festivals zu hören. Johanna Seitz ist Herausgeberin einer Reihe mit barocker Harfenmusik.
Elisabeth Seitz studierte Hackbrett und Blockflöte am Bruckner-Konservatorium Linz und am Richard-Strauss-Konservatorium München. Am Königlichen Konservatorium in Den Haag folgte ein Aufbaustudium in der Abteilung für Alte Musik. Zu ihrem Tätigkeitsbereich gehören Konzerte in diversen Besetzungen mit den Schwerpunkten Alte Musik und Zeitgenössische Musik sowie CD-Einspielungen u.a. mit “L´arpeggiata” (Christina Pluhar) und Paul Leenhouts´ “Royal Wind Music”.
panofon - Matthias Schlubeck, Kaulbachstr. 27, 42113 Wuppertal, eMail: panofon@panofon.de